Stadt Lenzburg
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Jugendfest

Jugendfestwoche

Als Auftakt zum Jugendfest findet jeweils am Sonntagabend die Serenade des Musikvereins Lenzburg auf Schloss Lenzburg statt.   Die Vorabende für die Schuljugend finden am Montag, Dienstag und Mittwoch der Jugendfestwoche auf der Schützenmatte statt. An diesen Vorabenden ist für die Jugendlichen Musik- und Tanzbetrieb in der Reithalle und im Freien organisiert. 

Am Donnerstag findet im Schwimmbad Walkematt das Beachvolleyballturnier zwischen Schülerinnen, Schülern, Lehrpersonen und Behörden statt. An diesem Tag ist der Eintritt in die Badi gratis.

Die Stadthostessen des Verkehrsvereins Lenzburg führen zu den wunderschön geschmückten Brunnen in der Lenzburger Altstadt und erzählen interessante Geschichten zu den Brunnen. Mit dem Zapfenstreich beginnt der Umzug der Stadtmusik, Tambourenverein, Jungtambouren und des Jugendspiels. Anschliessendes Platzkonzert der Stadtmusik, des Tambourenvereins, der Pfeifergruppe und des Jugendspiels vor dem Rathaus. Auf der Schützenmatte sind am Samstag ab Nachmittag der Lunapark und die Festwirtschaft geöffnet. Am Abend beginnt beim Alten Gemeindesaal der Metschgplatsch-Plausch mit Konzerten und Festwirtschaft. In der festlich geschmückten Stadtkirche findet zur gleichen Zeit ein Orgelkonzert statt. Am Sonntag organisiert die Stadtmusik Lenzburg den Jugendfestausklang mit Spiel und Spass für die ganze Familie unter dem Motto "Ganz Lenzburg trifft sich nochmals auf der Schützenmatte".

Festtag

Der Höhepunkt und eigentliche Festtag am Freitag beginnt mit der Tagwache und Böllerschüssen um 06.00 Uhr. Der Tag läuft nach einem genauen Programm für alle Aktivitäten ab, sowohl bei schönem Wetter als auch bei Schlechtwetter.

Das aktuelle Jugendfestprogramm erscheint jeweils Mitte Juni an dieser Stelle. Zur Einstimmung auf das diesjährige Jugendfest finden Sie in unserer Fotogalerie wunderbare Bildimpressionen.

In der Stadtkirche, auf dem Metzgplatz, dem Hünerwadelplatz sowie dem Freischarenplatz versammeln sich die Schüler der verschiedenen Altersstufen, Lehrer, Behörden und Ehrengäste zu den Morgenfeiern. In deren Mittelpunkt stehen, umrahmt von Gesangsvorträgen und anderen Darbietungen, die Festansprachen.   Um 10.15 Uhr startet der Festumzug von der Stadtkirche und führt durch die Rathausgasse - Schlossgasse - Burghaldenstrasse - Aavorstadt - Contremarsch zum Freischarenplatz.   Am Nachmittag besammelt sich die Schuljugend auf der Schützenmatte. Dort werden verschiedene Spielprogramme für die Schuljugend angeboten.   Alle zwei Jahre (in den geraden Kalenderjahren) finden die Freischarenmanöver statt.   Ein grosser Lunapark sorgt für Betrieb auf dem Festplatz, die Festwirtschaft dafür, dass niemand Hunger oder Durst leiden muss.

Am Abend wird auf der Schützenmatte das "Jugendfeschtznacht" serviert, bei schönem Wetter im Freien, unter den Kastanienbäumen Eine Livemusik spielt zum Tanz für Gross und Klein. Ein abendlicher Lampionumzug für die Kinder und das imposante Feuerwerk von den Zinnen des Schlosses - gespendet von der Ortsbürgergemeinde Lenzburg - beschliessen den offiziellen Teil des Festtages.

Kadettenwesen

Die ersten Kadettenkorps entstanden in der Schweiz bereits in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Die Kadettenkorps boten Knaben der oberen Schulstufen unter militärischer Leitung wöchentlich einen mehrstündigen Unterricht. Der Unterricht beschränkte sich nicht nur auf den Waffengebrauch alleine, sondern sollte vielmehr den stolzen Söhnen der Patrizier und reichen Stadtbürger eine gesellschaftliche Schulung vermitteln. Einer der Hauptinitianten bei der Gründung des Lenzburger Kadettenkorps 1793 war der Lenzburger Unternehmer Gottlieb Hünerwadel.

In den Jahren nach 1830 kam im Aargau ein neuer lebendiger Geist in die Kadettenkorps. Es ist die Zeit der glänzenden Kadettenfeste, die durch Gottfried Kellers Schilderungen im "Grünen Heinrich" Eingang in die Weltliteratur gefunden haben. Immer wieder wurde versucht, den Kadettenunterricht an der Schule zu reformieren und mit anderen Aktivitäten zu verbinden. Am 3. Dezember 1972 hiessen die Stimmberechtigten des Kantons Aargau eine Änderung des Schulgesetzes gut, mit welcher der Kadettenunterricht aufgehoben wurde. Das Kadettenkorps wurde 1974 aufgelöst, lebt aber seither alle zwei Jahre für kurze Zeit wieder auf. Als von der Freischaren-Commission betreutes freiwilliges Kadettenkorps rüstet es sich alle zwei Jahre in der Jugendfestwoche, um beim Freischarenmanöver den wilden Horden der kriegs- und beute- lüsternen Freischaren mit disziplinierter Taktik entgegenzutreten und ihrem Treiben Einhalt zu gebieten. Seit dem Jugendfest 2000 können auch Mädchen im freiwilligen Kadettenkorps mitwirken. Das freiwillige Kadettenkorps setzt sich aus Schülerinnen und Schülern der Oberstufe sowie der 5. Primarklasse zusammen.

Freischarenmanöver

Für das Jahr 1852 lässt sich erstmals die Mitwirkung von Freischaren am Jugendfest nachweisen. Der Stadtrat bestimmte, "dass den jungen Leuten, die am Fest den Kadetten entgegenstehen werden, eine Flasche Wein und Brot per Mann auf Kosten der Gemeinde abgegeben werden".
Nach Unterbrechungen wegen des 1. Weltkrieges setzten die Freischarenmanöver 1924 wieder ein. Aus finanziellen Gründen - die Freischarenmanöver werden aus freiwilligen Spenden finanziert - finden sie seither alle zwei Jahre (in den geraden Kalenderjahren) statt.

Geschichte

Das Lenzburger Jugendfest in der einen oder anderen Form gibt es bereits seit dem 16. Jahrhundert, also über 400 Jahre. Die Anfänge des Jugendfestes sind jedoch nicht genau bekannt. Das wohl älteste Lenzburger Schulfest ist ein Schülermahl, " der Schulknaben Königrych" genannt, stammt auch aus dem 16. Jahrhundert. Die Kinder wurden nach dem Umzug jeweils im Rathaus verpflegt.
Bis ins Jahr 1826 fand das Fest entweder im Juni oder im Juli, mal an einem Dienstag, Donnerstag oder Freitag statt, von da an jeweils meistens an einem Freitag, wenn auch nicht immer am 2. des Heumonats (Juli).

Den guten Schülern wurde jeweils eine Schulprämie ausgerichtet. Dadurch wurde die Festfreude der weniger begabten Schüler oft getrübt. Seit 1838 wurden daher die Schulprämien nicht mehr am Jugendfest ausgeteilt.
Am 9. Juli 1852 beschloss der Stadtrat auf Antrag der Schulpflege, Folgendes: "Nachdem nun der neue Münzkurs eingeführt sei, sollen die Geldgeschenke an die Schülerinnen und Schüler am Jugendfest dahin geändert werden, dass jedem Kind ohne Unterschied CHF 1.00 zukomme". Dieses symbolische Geschenk ist für die jüngsten Schülerinnen und Schüler bis heute geblieben. Seit 1972 erhalten die Schülerinnen und Schüler der Abschlussklassen einen silbernen Jugendfesttaler.