Stadt Lenzburg
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Lenzia - wer sind wir

Betriebsführung und Organisation

Die Ortsbürgergemeinden Lenzburg, Ammerswil, Niederlenz, Othmarsingen arbeiten forst­lich seit mehr als 65 Jahren zusammen und haben sich 2003 zu den "Forstdiensten Lenzia", zu einem Forstbetrieb mit gemein­samer Rechnung und eigenem Betriebskapital, zusammenge­schlossen. Ab 2008 ist Staufen Mitglied der Betriebsgemeinschaft. Der Gemein­devertrag, das Be­triebsregle­ment und das Leitbild Lenzia setzen den Rahmen für die Zu­sam­men­arbeit und die künf­tige Bewirtschaftung.

Für die Ge­schäfts­­führung ist die elfköpfige Forstbetriebskommission (FBK) zuständig. Darin vertreten ist Lenzburg mit drei, Ammerswil, Niederlenz und Othmarsingen und Staufen mit je zwei Sitzen. Der Gemeinderatsvertreter von Lenzburg ist laut Gemeindevertrag Präsident der Kommission.

Da der Forstbetrieb über keine Steuereinnahmen verfügt, stützt sich die Leistungserbringung (Produktion und Verkauf von Gütern und Dienstleistungen) auf markt- und betriebswirtschaftliche Grundsätze. Der Betriebserfolg setzt unter anderem eine schlanke Betriebsorganisation voraus: Zum Forstbetrieb gehören die Betriebsleitung (Stadtoberförster und Revierleiter), zwei bis drei Forstequipen, eine Sekretärin (20%-Pensum), ein bis zwei Lehrling(e). Etwa für einen Drittel der Holznutzung sowie für die Brennholz- und Holzschnitzelgewinnung werden spezialisierte Forstunternehmer beigezogen. Der finanzielle Erfolg des Forstbetriebes wird seit 1994 nach den Grundsätzen der Forstlichen Betriebsabrechnung (BAR) geprüft.

Die Hauptaufgaben des Stadtoberförsters umfassen die Betriebsleitung, den Waldbau, den Holzverkauf und das Berichtswesen, den Vollzug der Waldgesetzgebung im Forstrevier, Dienstleistungen für Ortsbürger- und Einwohnergemeinde Lenzburg, waldbauliche Fachexkursionen sowie die forstliche Planung und Kontrolle.

Die Hauptaufgaben des Revierleiters umfassen die Führung der Forstequipen, die Planung und Organisation der Holzernte, der Nachwuchs- und Jungwaldpflege und den Waldstrassenunterhalt. Er ist verantwortlich für den Verkauf von Brenn- und Industrieholz ab Wald und Holzprodukten ab Forstwerkhof.

Zu den Hauptaufgaben des Projektleiters gehören Forstarbeiten und Gartenholzerei im Siedlungsgebiet und Kulturland, den Ausbau und Unterhalt der Anlagen im Erholungsgwald, die Verwirklichung von Naturschutzprojekten im Wald sowie das Lehrlingwesen.

Beratung

Die Forstdienste Lenzia beraten die Privatwaldbesitzer im Forstrevier, erstellen Expertisen über den Zustand und die Risiken von Bäumen im Nichtwald-Gebiet, planen und erledigen als Forstunternehmung anspruchsvolle Forstarbeiten und Gartenholzerei im Siedlungsgebiet und setzen sich für eine ökologische Aufwertung und Vernetzung der Kulturlandschaft ein (Hecken- und Biotoppflege, Naturschutzkonzepte). Wir unterstützen die Ortsbürger- und Einwohnergemeinden (z.B. Natur und Landschaftskommission) in der Erfüllung ihrer Aufgaben.

Wir setzen uns zudem für die Bildung der Jugend und der Bevölkerung über die Bedeutung des Waldes und die Leistungen der Waldwirtschaft ein und bieten Exkursionen und Waldarbeitstage an.

Für Wildschadenfragen (Verkehrsunfälle, Schäden ausserhalb Wald) sind die Jagdaufseher des Forstreviers zuständig.

Zertifizierung

Die Forstdienste Lenzia sind seit dem August 2001 mit dem FSC/Q-Label zertifiziert. Ebenfalls besitzen die Lenzia die SUVA-Auszeichnung "Vorbildlicher Forstbetrieb in der Unfallverhütung"  seit dem 21. Juli 2001.

Das FSC-Label belegt, dass der Forstbetrieb die nationalen Standards für die Waldbewirtschaftung in der Schweiz hinsichtlich Ökologie, Umwelt- und Sozialverträglichkeit, Nachhaltigkeit der forstlichen Produktion einhält.

Öffentlicher Auftrag

Im Auftrag von Bund, Kanton und den Gemeinderäten vollziehen wir die Waldgesetzgebung im Forstrevier Lenzia und erteilen Auskünfte zu Wald und Natur, Holz und Holzenergieförderung, Erholungsnutzung, Sportaktivitäten und bewilligungspflichtigen Veranstaltungen im Wald. Wir schützen den Wald vor nachteiligen Nutzungen.

Zahlen und Fakten

Der Name Lenzburg steht  für naturnahen Waldbau, Lärchenwirtschaft und Altholzreichtum (mit Schwergewicht Eiche). In den 150 Jahren nachhaltiger, auf Naturnähe und Wertholzerzeugung ausgerichteten Waldbewirtschaftung ist ein stufiger Mischwald mit einem Holzvorrat von über 320 Kubikmetern pro Hektare aufgebaut worden, welcher im gesamten Ortsbürgerwald eine Nutzung von über 11'500 m3 pro Jahr erlaubt. Der Ortsbürgerwald  leistet heute auf einer Fläche von 1'097 ha einen Holzzuwachs von über 30 m3 pro Tag (im Jahresdurchschnitt), sein Holzvorrat ist doppelt so hoch wie vor 100 Jahren.

Unser Forstrevier zählt zu den grössten des Kantons und umfasst 1'131 Hektaren produktiven Wald. Dieser gehört zumeist den Ortsbürgergemeinden: Lenzburg 585 ha, Ammerswil 144 ha, Niederlenz 84 ha, Othmarsingen 187 ha, Staufen: 97 ha, total 1097 ha Ortsbürgerwald (95%). Das restliche Gebiet von 34 ha setzt sich aus Privatwald und dem übrigen öffentlichen Wald zusammen. Lenzburg ist mit einem Bewaldungsanteil von 50% eine ausgesprochene Waldgemeinde.