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Bauten am Rande der Altstadt

In der Aavorstadt wuchs Lenzburg im 18. Jahrhundert aus den engen Mauern des historischen Stadtkerns heraus. So finden wir auch hier viele historische Bauten. Besonders zu erwähnen sind:

Das Hünerwadelhaus, heute Handelsschule KV, Aavorstadt 2, wurde 1759/60 für Markus Hünerwadel als Handelshaus erbaut. Er ist der grösste Bau eines Handelshauses, den wir aus dieser Zeit im Aargau kennen. Das viergeschossige Gebäude mit acht Fensterachsen erscheint als übergrosses Bürgerhaus mit eigenartiger Verbindung von Stadt- und Landarchitektur.

Es wird von einem noch einmal so hohen Satteldach mit einem Gerschild von halber Dachhöhe überragt. Im zweiten Stock ist eine Rokoko-Stuckdecke von Jakob Mäussburger erhalten geblieben.

Das Privathaus Aavorstadt 1 wurde 1852 an einer städtebaulichen Schlüsselstelle erbaut. Der spätklassizistische Monumentalbau erhält seinen Hauptakzent durch einen vierstöckigen Eckturm, der an italienische Quattrocento-Palazzi erinnert.

Das Haus im Hof, Grabenweg 4, ist ein 1780/81 in den Übergangsformen vom Barock zum Klassizismus erbautes Wohnhaus.

Das Wirtshaus zum alten Landgericht, Aavorstadt 18, wurde in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts als gemauerter Unterbau mit leicht vorragendem Fachwerk-Oberbau und geschweiften Zierhölzern erbaut. An die abgeschrägte Gebäudedecke fügt sich ein schmucker polygonaler Erker.

Wohl selten findet man eine so vollständig erhaltene reizvolle Vorstadtanlage aus dem 18. und 19. Jahrhundert wie an der Lenzburger Schützenmattstrasse. Mit der Pflästerung, den die Gärten abschliessenden steinernen und geschmiedeten Einfriedungen und der bergseitigen Stützmauer atmet schon die Strasse selbst ein Stück Geschichte, und die aus ihrer wohlgestalteten Umgebung grüssenden Villen runden das Bild ab.

Von der Altstadt her gesehen bildet das Gasthaus zur Krone, Kronenplatz 20, den markanten Auftakt zur Schützenmattstrasse. Das 1760/70 errichtete Gasthaus ist in mehreren Etappen erbaut und umgestaltet worden. An der frontseitigen Giebelfassade beeindrucken figürlich geschnitzte Büge und ein reich geschmiedetes Tavernenschild den Betrachter.

Auf der Bergseite der Strasse grüssen, oberhalb der Stützmauer, etwas zurückversetzt, ein zweigeschossiges klassizistisches Wohnhaus, und bei der Abzweigung des Steinbrüchliweges das um 1735 errichtete Gebäude Steinbrüchliweg 2.

Das stolzeste und prächtigste Gebäude an der Schützenmattstrasse ist das bergseitig gelegene dreigeschossige Haus Steinbrüchliweg 1, erbaut 1767/68, dessen Gestalt mit dem Hünerwadelhaus an der Aavorstadt 2 und dem sogenannten Heumannhaus an der Schlossgasse 2 verwandt ist.

Ihm folgt einige Schritte weiter das 1768 vorerst als Tabakfabrik errichtete, später zum Wohnhaus umgebaute Haus Schützenmattstrasse 6.

Linker Hand vollenden die 3 klassizistischen Villen das städtebauliche Ensemble, nämlich die 1837/38 errichtete Villa Alice, das Rosenhaus (1840, Nr. 5) und die Villa Malaga (1840, Nr. 7).

Die Villa Alice, an der Schützenmattstrasse 3 wurde 1949 zum Alice-Hünerwadel-Heim umgebaut. Das Haus ist ein freundliches Biedermeierhaus mit Mittelrisalit und flach geneigtem Walmdach. Gemeinsam mit dem benachbarten "Rosenhaus", Nr. 5, und der Villa Malaga, Nr. 7, die beide den gleichen Baugedanken wiederholen, bilden die Gebäude eine reizvolle Vorstadtanlage von grosser Bedeutung.