Müllerhaus (Lageplan)
Der Baumwollindustrielle Gottlieb Hünerwadel-Saxer liess das herrschaftliche klassizistische Bürgerhaus am Bleicherain um 1785 vom Architekten Ahasver Carl von Sinner erbauen. Das klassizistische Bürgerhaus hat ein terrassiertes Vorgelände und der dreigeschossige, streng orthogonal gegliederte Baukörper weist 7 mal 5 Fensterachsen auf. Die rückwärtige Front drückt durch einen Mittelrisalit und eine offene Eingangsvorhalle mit toskanischen Säulen über der doppelläufigen Freitreppe eine gewisse Monumentalität aus. Im Innern ist die Raumaufteilung in allen drei Geschossen identisch.
Die Räume im 1. und 2. Obergeschoss dienten dem repräsentativen Wohnen, insbesondere die Bel-Etage im 1. Stock. Im Erdgeschoss befanden sich die Kontors des Unternehmens, das ein weit verzweigtes Baumvollverlagswesen betrieb.
Die Lage an der Kreuzung der Bern-Zürich-Strasse mit der vom Norden in die Innerschweiz führenden Route durchs Seetal ist auf den Zweck des Unternehmens abgestimmt: Der riesige Keller diente der Lagerung der Baumwolle, welche an Heimarbeiter abgegeben wurde. Diese woben Tücher und brachten sie dem Baumwollverleger wieder zurück. Hier wurden sie weiter verarbeitet (Bleiche) oder direkt über den Grosshandel in Basel und Zürich und hauptsächlich nach Frankreich verkauft.
Im 20. Jahrhundert diente das Haus der Arztfamilie Dr. Müller als Wohnhaus und Praxis. Dr. Hans Müller und Gertrud Müller gründeten 1987 die gleichnamige Stiftung. Unter dem Namen "Müllerhaus - Das Kulturgut" dient das repräsentative Anwesen heute vielfältigen kulturellen Zwecken. Es steht seit 1960 unter kantonalem Denkmalschutz.